Slow Fashion: Wir schließen uns einer Bewegung an

Lena und ich haben uns auf das Abenteuer eingelassen einen Online Shop für Mode zu gründen, weil es unser Herzenswunsch ist, dass Konsum durchgängig bewusst stattfindet. Die Modebranche ist ein sehr großer Hebel, um die Welt nachhaltig zu verbessern und ein Gleichgewicht in verschiedenen Bereichen zu schaffen. Es geht um die Reduzierung von Müll, weniger Umweltverschmutzung durch Schadstoffe, schonender Umgang mit Ressourcen und faire Arbeitsbedingungen.

Es existiert eine Reihe an Studien und Recherchen, die mit Zahlen die Missstände im Konsum und Herstellung von Mode belegen. Zwei dieser Zahlen habe ich mir herausgepickt, denn sie machen die Kraft des Hebels für Nachhaltigkeit deutlich:

  • 60% aller Kleidungsstücke wird im ersten Jahr ihrer Herstellung weggeworfen (bei einer jährlichen Produktion von mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücken)
  • Kleidung ist mittlerweile so günstig im Preis geworden, dass in Folge der Durchschnittsverbraucher 60% mehr Klamotten kauft und die Hemmschwelle zum Wegwerfen gleichzeitig derart sinkt, dass er doppelt so viel Kleidung entsorgt.

Erschreckend, wenn man sich das Ausmaß und die Folgen vor Augen führt. Ein ökologischer Irrsinn aber traurige Realität. 

Dabei haben wir in anderen Lebensbereichen nachhaltiges Denken und Handeln schon in unseren Alltag integriert. Die Food Branche ist ein gutes Beispiel hierfür. Sie hat uns gezeigt, dass es möglich ist nachhaltig zu konsumieren und dennoch zufrieden und glücklich zu leben. Denn wir müssen auf nichts verzichten. Im Gegenteil. Hält das Gefühl der Zufriedenheit nicht viel länger an, wenn du etwas Leckeres gegessen hast, das aus hochwertigen Zutaten und gewissenhafter Herstellung stammt? Fühlt es sich nicht viel besser an, sich für die Auswahl und den Konsum Zeit zu nehmen?

„Slow Fashion ist nicht nur der Gegenentwurf zur Fast Fashion. Slow Fashion ist ein Bewusstsein, eine Haltung, die sich alle Protagonisten der Mode zu Eigen machen können: Die Designer, die bei ihren Entwürfen die Umsetzung mit innovativen, nachhaltigen Fasern mitdenken. Die Produzenten, die lokale Manufakturen mit der Realisierung beauftragen und dabei die Arbeitsbedingungen vor Ort im Auge behalten. Und nicht zuletzt die Käufer, die sich um weniger Konsum und nachhaltige Alternativen bemühen. Oder aber bereit sind, für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Löhne auch entsprechend höhere Preise für Kleidung zu zahlen.“* 

Tatsächlich ist das Schlagwort Nachhaltigkeit auch in der Modebranche nichts Neues. Im Gegenteil, es hat sich bereits zu einem beliebten Marketingbegriff etabliert. Auch die großen Modeketten bringen regelmäßig nachhaltige Kollektionen auf den Markt. Aber reicht es aus Kleidung zu kaufen, die ein (Eigen-)Label trägt, das Nachhaltigkeit belegen soll? Nachhaltigkeit ist viel mehr als das. Nachhaltigkeit hat viele unterschiedliche Facetten. Jede dieser Facetten zahlen auf bewussten Konsum ein, vor, während und nach dem Kauf.

SLOW FASHION IN 3 SCHRITTEN

1)      WENIGER IST MEHR

Orientiere dich an dem Grundsatz Qualität über Quantität. Ein hochwertiges Teil kostet in der Anschaffung zwar mehr, es hält aber auch länger. Und du wirst es beim Tragen merken, dass es sich lohnt in Qualität zu investieren.

Die Qualität eines Kleidungsstücks bestimmt sich durch das verwendete Material, die Schnitte, in der Designer viel Zeit investiert hat, um sie auszureifen, und natürlich wie es hergestellt wird. Ob in einer Massenproduktion oder in einem Betrieb, in welchem man sich Zeit nimmt, die es braucht um ein langlebiges Produkt herzustellen.

2)      CARE WHAT YOU LOVE

Etwas das sich ganz automatisch einstellt, wenn du dir ein hochwertiges Teil gekauft hast: Du behandelst es besser. Beim Waschen, beim Tragen, beim Aufbewahren. Je mehr Aufmerksamkeit du deinem Kleidungsstück hierbei widmest, desto länger wird es dir erhalten bleiben. Und wenn dein Kleidungsstück über die Zeit Gebrauchsspuren bekommt? Umso schöner, denn Patina gibt manchem Teil erst seinen Charakter. Alles was man nicht der Patina zuordnen kann, lohnt es sich zu reparieren. Entweder selbst oder bei der Änderungsschneiderei deines Vertrauens.

3)      EIN FREUND NAMENS RECYCLING 

Es kommt vor, dass wir uns irgendwann aus verschiedensten Gründen von unseren Kleidungsstücken trennen. In diesem Fall ist es wichtig, dass wir die wertvollen Ressourcen nicht einfach so wegwerfen, sondern sie einem Zweck übergeben, durch welchen das Teil eine Wiederverwertung findet. Recycling  eben. Das kann bedeuten, dass du deine Kleidung weiterverkaufst, beispielsweise in Second-Hand-Läden, sie spendest, vererbst oder in die Kreislaufwirtschaft überführst, damit neue Kleidung, Accessoires oder Gebrauchstextilien daraus entstehen können.

Diese drei Punkte sind ein Anfang, ein erster Schritt. Sie behandeln nicht alle Missstände, aber führen letztendlich dazu, dass weniger Kleidung hergestellt wird. Ein Umdenken beim Endverbraucher lindert das Ausmaß und die Folgen. Durch bewussten Konsum können wir als Verbraucher bewirken, dass eine Umstellung auf Nachhaltigkeit bis zum ersten Produktionsschritt erreicht wird. Wir müssen es nur wollen.

  

*Zitat der Verantwortlichen der Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ http://www.fastfashion-dieausstellung.de/de/slow-fashion, Autor unbekannt

1 Kommentar

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